Das höchste Windrad der Welt
Der Höhenwindturm im brandenburgischen Schipkau kommt mit seinen Rotorblättern auf eine Gesamthöhe von 365 Metern und ist damit nicht nur die höchste Windkraftanlage der Welt, sondern auch nach dem Berliner Fernsehturm das zweithöchste Bauwerk Deutschlands. Der Stahlfachwerkturm wurde gerade erst am 28. September 2026 fertiggestellt. Da ein Kran eine solche Höhe nicht erreichen kann, musste der Turm unter anderem mit einer speziellen Teleskoptechnik gebaut werden: Die Turbine wurde zunächst weiter unten am Turm montiert und anschließend mitsamt dem Innenturm hydraulisch nach oben gefahren. In dieser Höhe können die deutlich stärkeren und konstanteren Höhenwinde zur Stromgewinnung genutzt werden, was den Energieertrag im Vergleich zu herkömmlichen Windrädern am selben Standort verdoppeln soll.
Das schmalste Haus Deutschlands
Das Schmale Haus von Eisenach am Johannisplatz gilt als das schmalste Haus Deutschlands und wird von den Einheimischen liebevoll „Handtuch“ genannt. Mit einer äußeren Breite von nur 2,05 Metern und einem Innenmaß von 1,85 Metern ist es so eng, dass ein Erwachsener mit ausgestreckten Armen beide Wände gleichzeitig berühren kann. Das etwa 250 Jahre alte Gebäude besitzt bei einer Grundfläche von nur rund 20 Quadratmetern zwei Stockwerke sowie ein Dachgeschoss. Bis 2017 war das Haus bewohnt, heute gehört es der Denkmalstiftung.
Deutschlands nördlichstes Wintersportgebiet
Der Bungsberg in der Holsteinischen Schweiz ist mit einer Höhe von rund 167 Metern die höchste Erhebung Schleswig-Holsteins und beherbergt den offiziell nördlichsten Skilift Deutschlands. Wenn im Winter genug Schnee liegt, verwandelt sich der Hügel in ein Wintersportgebiet mit einer Pistenabfahrt von rund 300 Metern Länge. Bei etwa 17 Grad Gefälle dauert die Abfahrt rund 25 Sekunden – die Auffahrt mit dem Schlepplift übrigens rund 90 Sekunden. Betrieben wird die Anlage von der Gemeinde Schönwalde, die damit beweist, dass man auch im sonst so flachen Norden Skiurlaub machen kann.
Die kleinste Stadt Deutschlands
Arnis ist mit weniger als 300 Einwohnern und einer Fläche von nur 0,45 Quadratkilometern die kleinste Stadt Deutschlands. Sie liegt auf einer Halbinsel in der Schlei in Schleswig-Holstein und wurde 1667 von 65 Familien aus dem nahegelegenen Kappeln gegründet. Das historische Stadtbild ist von einer einzigen gepflasterten, von Linden gesäumten Hauptstraße und historischen Fischerhäusern geprägt. Eine Seilfähre verbindet die Stadt seit über 200 Jahren mit dem gegenüberliegenden Ufer in Schwansen. Trotz ihrer Größe besitzt Arnis eine eigene Kirche aus dem 17. Jahrhundert und eine Yachtwerft.
Die Mitte der EU
Der geografische Mittelpunkt der Europäischen Union liegt auf einem Acker im unterfränkischen Gadheim bei Würzburg in Bayern. Mitten in der Prärie, nur von Feldern umgeben, wurden dort drei offizielle Flaggenmasten (für die EU, Deutschland und die Gemeinde), ein gepflastertes Rondell mit runder Sitzbank und Tisch sowie ein rot-weiß markierter Fluchtstab am Ort des exakt vermessenen Mittelpunktes aufgestellt. Die offizielle Mitte der EU liegt übrigens erst seit Februar 2020 dort, nachdem Großbritannien aus der EU ausgetreten war. Zuvor lag sie nach dem Beitritt Kroatiens 2013 in der Gemeinde Westerngrund bei Aschaffenburg und davor seit 2007 im hessischen Gelnhausen-Meerholz.
Die größte Rosensammlung der Welt
Das Rosarium Sangerhausen in Sachsen-Anhalt ist die größte Rosensammlung der Welt. Auf 13 Hektar wachsen dort über 100.000 Rosen. Mehr als 8.700 verschiedene Sorten aus unterschiedlichen Ländern und Epochen werden hier aufbewahrt und gepflegt - viele gibt es nur noch dort. Das Rosarium ist gleichzeitig die Koordinationsstelle der Deutschen Genbank Rose und damit der wichtigste Ort zur Bewahrung historischer und vom Aussterben bedrohter Rosenarten.
Der Fallturm Bremen
Der Fallturm Bremen des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation der Uni Bremen sieht aus wie ein riesiger Bleistift und ist mit einer Höhe von 146 Metern ein weltweit einzigartiger Ort für Experimente unter Schwerelosigkeit. Hier wird erforscht, wie sich unterschiedliche Materialien im Weltraum verhalten. Dafür kann die Luft aus der 120 Meter langen Fallröhre im Inneren des Turms abgesaugt und ein gigantisches Vakuum erzeugt werden. Anschließend werden die Fall-Kapseln entweder einfach von oben fallen gelassen oder von unten einmal hochkatapultiert, wodurch mit Auf- und Abstieg die doppelte Zeit der Schwerelosigkeit nutzbar wird - bis zu 10 Sekunden. 2021 war hier auch für wenige Sekunden der kälteste Ort des Universums, als es den Wissenschaftlern bei einem Experiment gelang, eine Temperatur von nur 38 Billionstel Grad über dem absoluten Temperaturnullpunkt zu erreichen - Weltrekord! In der verglasten Panorama-Lounge an der Turmspitze kann man offiziell standesamtlich heiraten.
Die am weitesten entfernte Exklave einer deutschen Stadt
Die Insel Neuwerk ist die am weitesten entfernte Exklave einer deutschen Stadt. Obwohl sie etwa 120 Kilometer vom geografischen Mittelpunkt von Hamburg entfernt liegt und nur über Niedersachsen zu erreichen ist, gehört die Insel zum Bezirk Hamburg-Mitte und bildet den Stadtteil Hamburg-Neuwerk. Nur etwa 20 Menschen leben auf den rund drei Quadratkilometern. Private Autos gibt es nicht. Schon vor über 700 Jahren bekam die Hansestadt von den Herzögen von Sachsen das Recht auf der Insel ein Gebäude zu errichten, um die Schifffahrtswege zu sichern. Der 45 Meter hohe Leuchtturm von Neuwerk ist heute das älteste profane Bauwerk Hamburgs.
Der größte Kanalknotenpunkt der Welt
Der größte Kanalknotenpunkt der Welt liegt in der nordrhein-westfälischen Stadt Datteln. Dort treffen der Dortmund-Ems-Kanal, der Rhein-Herne-Kanal, der Datteln-Hamm-Kanal und der Wesel-Datteln-Kanal aufeinander. In keiner anderen Stadt der Erde laufen so viele bedeutende künstliche Wasserstraßen auf engem Raum zusammen.
Einer der besterhaltenen Asteroiden-Krater der Welt
Das Nördlingen Ries ist einer der am besten erhaltenen Asteroiden-Krater der Welt. Entstanden vor rund 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden mit deinem Durchmesser von über einem Kilometer. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 70.000 Kilometern pro Stunde drang er vier bis fünf Kilometer in die Erde. Dabei entstand ein mehrere hundert Meter tiefer Krater mit einem Durchmesser von 24 Kilometern. Alles Leben im Umkreis von etwa 100 Kilometern wurde ausgelöscht. Heute liegt mitten im Krater die bayerisch-schwäbische Stadt Nördlingen. Der Krater ist wegen seiner Größe und der starken Verwitterung nur aus der Luft deutlich zu erkennen.